Was ist hier erlaubt? Erfahrungen aus dem zweiten Seminar „Muskepeer“ mit Jugendlichen aus sächsischen Wohngruppen und Heimen.

Gruppe

 

Wie werden Jugendliche, die in Heimen und Wohngruppen leben, an Entscheidungen vor Ort beteiligt? Können sie ihr Zimmer frei einrichten? Dürfen sie Möbel mitbringen? Verhandeln sie die Regeln der Wohngruppe mit? Entscheiden sie mit, wofür Gelder ausgegeben werden? Wohin es in den Urlaub geht? Oder wie Sanktionen („Strafen“) aussehen? Diese und ähnliche Fragen standen im Mittelpunkt des zweiten Seminars von „Muskepeer“, an dem insgesamt 14 Jugendliche teilnehmen, die nicht mehr zu Hause leben können.

Das erste Seminar im November 2014 stand im Zeichen des Kennenlernens. Immerhin kannten sich die Jugendlichen nicht, die aus Pirna, Dresden, Leipzig, Meißen, Zwickau und Kirchberg in Dresden zusammenkamen. Während sich die Jugendlichen im ersten Seminar noch zaghaft angenähert haben mit Fragen rund um die jeweils andere Wohnmoorpfadgruppe, wurden diese Fragen in Kleingruppen beim zweiten Seminar vom 5.-7. Dezember 2015 intensiviert: Wo werden ihr beteiligt und wie geht das bei Euch.

Gemeinsam haben die Jugendlichen Themen und Bereiche herausgearbeitet, bei denen die beteiligt sein wollen: Essensplanung, Urlaubsplanung, wann werden Hausaufgaben erledigt, wie ist der Umgang mit den Handys, wie wird mit Spendengelder umgegangen, wie sind die Regeln, wer legt fest, welche Ämter gemacht werden, „ich möchte gern meine Bezugsbetreuerin aussuchen dürfen“. Für die Beteiligung an diesen Fragen brauchen die Jugendlichen schriftliche Informationen und eine Vorbereitung („Was ist hier erlaubt?“). Ohne Informationen zu Beteiligungsmöglichkeiten vor Ort wird sich kaum Beteiligung einstellen.

In einer zweiten Einheit haben die Jugendlichen miteinander eine Stellenbeschreibung erarbeitet: Wie stellen sie sich eine Mitarbeiterin, einen Mitarbeiter vor, der_die bei ihnen in der Wohngruppe anfangen sollte. Klar wurde, dass die Jugendlichen RespeStellenbeschreibung erstellenkt erwarten und ernst genommen werden wollen. Aber sie haben auch viel zu bieten: „Liebenswerte und coole Jugendliche mit einer Vielfalt an Charaktere, ein großes Haus, wo man viele Aktivitäten machen kann, gemeinsame Abende und Ausflüge und „Wir sind eine hilfsbereite Jugendwohngruppe“. Angeboten werden sollte ein Gehalt von mindestens 2.800 Euro. Die Jugendlichen haben etwas zu bieten und haben aber auch klare Erwartungen – ein erstes Fazit aus dem zweiten Seminar.

Alle Jugendlichen wollen im nächsten Jahr gern in dieser Gruppe weiterarbeiten. Daher werden wir weitere 2 Wochenenden und eine Woche gemeinsam unterwegs sein in Sachsen und Berlin. Beim nächsten Mal werden Erfahrungen aus dem Bereich des „Hilfeplans“ im Vordergrund stehen. Im Ergebnis soll eine Broschüre entstehen zum Ablauf eines Hilfeplans und Beteiligungsmöglichkeiten. Wir freuen uns darauf.

 

Der Bericht aus dem ersten Seminar...