Informative Broschüre „Dein Vormund vertritt Dich“

Dein Vormund vertritt dichImmer wieder haben wir es in der Beratung mit Konflikten um Vormünder und Vormünderinnen zu tun. Sie übernehmen ganz oder teilweise die Verantwortung für junge Menschen, wenn deren Eltern dazu nicht mehr in der Lage sind. In einer Broschüre der IGFH und des DIJuF werden u.a. folgende Fragen beantwortet: Was ist ein Vormund? Kann ich mir meinen Vormund aussuchen? Was entscheidet ein Vormund? Habe ich dabei auch was mitzureden? Wie kann ich einen anderen Vormund bekommen? Welche Rechte habe ich? Welche Rolle spielen die Eltern, wenn eine Vormundschaft besteht?

Für Jugendliche und Eltern finden sich in der Broschüre wertvolle Hinweise. Auf dieser Homepage (http://www.dein-vormund.de/start.html) ist die Broschüre auch in Französisch, Englisch, Spanisch, Türkisch und Russisch verfügbar.

„Ja, Du bist im Heim – niemand will mit Dir zu tun haben. Da fühl man sich auch nicht schön.“ Bericht vom vierten MUSKEPEER- Seminar 2016.

2016-08-14 13.07.33Zum vierten Mal kamen am vergangenen Wochenende (12.-14. August 2016) Jugendliche zusammen, die in sächsischen Heimen und Wohngruppen leben. Ziel der Seminarreihe soll es sein,

  • einen geschützten Raum zur Verfügung zu stellen, damit sich Jugendliche aus der stationären Jugendhilfe austauschen können über ihre Situation,
  • dass die Jugendlichen ihre Rechte kennenlernen, die sie in der Jugendhilfe haben, und lernen, diese auch einzufordern,
  • dass die Jugendlichen ihre Situation im Kontext öffentlicher Erziehungsinteressen mit ihren je eigenen Interessen und Kompetenzen reflektieren, sowie
  • eine Basis zu schaffen für eine gemeinsame Thematisierung ihrer Interessen als junge Menschen, als Träger_innen von Rechten und als Jugendliche in Heimeinrichtungen.

Das vierte Seminar stand im Zeichen einer Ausstellung, die die Jugendlichen gemeinsam erarbeiten wollen. Die Ausstellung soll sich an Menschen richten, die mehr über die Situation, die Themen und Probleme von „Heimkindern“ erfahren wollen. Dafür haben die Jugendlichen ihre spezifischen Situationen reflektiert: Was schätze ich an meiner Wohngruppe? Was stört mich aber auch an meiner Wohngruppe? Was denken Menschen auf der Straße wohl über Heimkinder? Welche Vorurteile gibt es über Heimkinder? Was denken meine Betreuer_innen über mich? Was weiß ich eigentlich von meinen Betreuer_innen und was wissen diese über mich? Was denken wohl die Teamer_innen von MUSKEPEER über mich? Wie kam es eigentlich dazu, dass ich ins Heim gegangen bin? Wie sieht mein Alltag in der Wohngruppe aus? Warum fahren wir als Wohngruppe eigentlich nie ins Ausland – andere Jugendliche machen das mit ihren Eltern ja auch. Warum habe ich eigentlich keinen Schlüssel zu meiner Wohngruppe? Wie soll ich mit dem geringen Budget klarkommen – wissen die Menschen draußen eigentlich, wie wenig das ist?

Weiterlesen: „Ja, Du bist im Heim – niemand will mit Dir zu tun haben. Da fühl man sich auch nicht schön.“...

Taschengeld - Empfehlungen des Landesjugendamtes Sachsen

DSC00119Es kommt immer wieder zu Fragen in der Beratung, wie das mit dem Taschengeld in Einrichtungen zu handhaben ist. Die aktuell immer noch gültigen Empfehlungen des sächsischen Landesjugendamtes sagen dazu folgendes:

- Das Taschengeld steht dem Kind oder Jugendlichen zur "eigenverantwortlichen Verwendung zur Verfügung".

- Es muss nicht für "für Freizeitbeschäftigungen, Teilnahme an kulturellen und sportlichen Veranstaltungen auch außerhalb des Heimes, Ausflüge, Ferienfahrten, Ausgaben für Schulmaterial u.ä." verwendet werden - dafür bekommen die Einrichtungen extra Geld vom Jugendamt.

- Es sollen bei Kindern angemessene Teilbeiträge ausgezahlt werden, bei Jugendlichen als Gesamtbetrag, u.U. auch auf ein Konto.

- Taschengeld darf nicht einbehalten werden, auch nicht für die Begleichung von Schäden in der Einrichtung.

- Taschengeld darf nicht gekürzt werden.

 

Hier der volle Text der Empfehlungen.

 

 

Beteiligung ist (d)ein Recht – Bericht vom dritten Seminarwochenende von MUSKEPEER 2016

Im Beteiligungsseminar MUSKEPEER haben wir uns über Beteiligungserfahrungen und wesentliche Beteiligungsthemen in Wohngruppen ausgetauscht. Die Frage ist jedoch: Wo kann man diese eigentlich im Gesetz wiederfinden? Und warum will der Gesetzgeber überhaupt beteiligen? Was verspricht sich die Fachwelt davon? Diese Fragen standen über dem dritten Seminarwochenende von MUSKEPEER.

Kinderrechte„Musst du über alles informiert werden, was dich betrifft?“ – (1.) „Ja, aber nur über das allerwichtigste“, (2.) „Ja, mit Einverständnis der Eltern“, (3.9 „Ja, über alles“ – 1,2 oder 3? Letzte Chance vorbei! Ob du wirklich richtig stehst, siehst du, wenn das Licht angeht. Mit dieser und anderen Fragen aus dem Kinderrechte-Quiz haben wir das Wochenende begonnen. (www.kinderrechte-quiz.de) Spielerisch haben wir uns noch einmal mit den Kinder- und Jugendrechten beschäftigt und so einen Einstieg in das Thema gefunden.

Insbesondere haben sich die 14 Jugendlichen und 4 Betreuer_innen die UN-Kinderrechtskonvention angeschaut. Sie gilt immerhin seit einigen Jahren als verbindlicher Rechtsrahmen für alle Kinder und Jugendlichen in Deutschland. Dabei stellt sich heraus, dass zwar die überwiegende Mehrheit der Kinderrechte aus Sicht der betroffenen Jugendlichen umgesetzt ist, wie z.B. die Meinungsfreiheit, der Schutz der Privatsphäre und das Verbot der Diskriminierung. Allerdings sehen die Jugendlichen auch einige Kinderrechte nicht verwirklicht. Unter anderem das Recht auf Familienzusammenführung, die Berücksichtigung des Kindeswillens und das Recht auf freien Zugang zu Medien.

Hinter dieser Einschätzung stecken sehr konkrete und intensive Erfahrungen der MUSKEPEER-Jugendlichen mit dem Handeln und Agieren von freien Einrichtungen und den Jugendämtern. Die Gruppe hat sich darüber hinaus mit den Beteiligungsrechten beschäftigt, die im Kinder- und Jugendhilfegesetz wiederzufinden sind. So haben sich die Jugendlichen Inhalte des Wunsch- und Wahlrechtes(§5 SGB VIII), der Beteiligung am Hilfeplangespräch (§36 SGB VIII) sowie der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen (§8 SGB VIII) erarbeitet.

Weiterlesen: Beteiligung ist (d)ein Recht – Bericht vom dritten Seminarwochenende von MUSKEPEER 2016

Beteiligung ist auch eine Frage der Qualität – Bericht vom zweiten Seminarwochenende von MUSKEPEER 2016

Ist Beteiligung eigentlich gleich Beteiligung? Oder gibt es auch Unterschiede und wenn ja, wie sehen diese aus? Wie hängen Beteiligung und Kinderrechte zusammen und ist mehr Beteiligung eigentlich immer besser? Das waren die Fragen, die im zweiten Seminar von MUSKEPEER im Zentrum standen.
2016-05-28 11.59.19Schon wie das erste, startete das zweite Wochenende mit dem Treffen am Dresdner Hauptbahnhof. Gegen 17 Uhr kamen die Jugendlichen bei strömenden Regen in Wehlen an, sodass das geplante Kaffetrinken im Garten im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen ist. Alle wollten sich erst einmal umziehen oder duschen. Aber im Warmen konnten wir dann doch noch ein paar Kekse und ein heißes Getränk genießen.  Alle freuten sich,  einander wiederzusehen und hatten dementsprechend viel zu erzählen.
Nach einer kurzen Besprechung des Wochenendplanes und der Klärung einiger organisatorischen Dinge, haben wir dann den Abend gemütlich ausklingen lassen: Einige spielten eine Runde Sing Star und haben dabei gemeinsam gesungen und sehr viel gelacht. Andere haben gequatscht und sich ausgeruht, immerhin hatten alle einen langen Tag hinter sich.

Weiterlesen: Beteiligung ist auch eine Frage der Qualität – Bericht vom zweiten Seminarwochenende von...

kennenlernen, wandern, diskutieren: Bericht vom ersten Wochenende von MUSKEPEER 2016

SeminarsituationWie kann Beteiligung an dem, was mit Jugendlichen in Heimen und Wohngruppen geschieht, ausgebaut werden? Wieviel Beteiligung ist schon umgesetzt? Was sind die Themen der Jugendlichen? Das waren die Fragen, die im ersten Seminar von MUSKEPEER im Zentrum standen.

Es hatten sich Ende April 2016 insgesamt 17 Jugendliche aus sächsischen Heimen und Wohngruppen angemeldet. Die Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 19 Jahren kommen aus Zwickau, Leipzig, Treuen, Kamenz und Dresden. Das erste Wochenende verbrachten wir in Wehlen in der Sächsischen Schweiz.

Nach dem Treffen am Hauptbahnhof in Dresden (alle haben sich gefunden, obwohl es für alle ja das erste Mal war) ging es weiter mit der S-Bahn nach Wehlen. Sieben Jungen und zehn Mädchen sowie vier Teamer_innen nahmen das Selbstversorger- Haus direkt am Marktplatz von Wehlen in Beschlag, schauten sich alle Zimmer an, bezogen ihre Betten und trafen sich zur ersten Runde.

Weiterlesen: kennenlernen, wandern, diskutieren: Bericht vom ersten Wochenende von MUSKEPEER 2016

MUSKEPEER 2016 - neuer Durchlauf startet

Hört mir zu!

Seminar ist ausgebucht - keine Anmeldung mehr möglich!

Nach den sehr großartigen Erfahrungen mit dem ersten Durchlauf von Muskepeer mit insgesamt sieben Seminaren und 14 Jugendlichen starten wir einen neuen Durchlauf. Ab dem 22. April 2016 wollen wir an vorerst 3 Seminarwochenenden mit Jugendlichen, die in der Heimerziehung leben oder gelebt haben, über Beteiligung in Einrichtungen ins Gespräch kommen.

Ausgehend von den eigenen Beteiligungserfahrungen werden wir besprechen und überlegen, was in der Heimerziehung getan werden kann, damit Beteiligung noch stärker gelebt wird.

Die Seminare finden immer von Freitag bis Sonntag in Seminarhäusern in der Sächsischen Schweiz statt und sind für die Jugendlichen kostenfrei: Unterkunft, Verpflegung, Seminar.

Die Leitung der Seminare übernehmen vier erfahrene Sozialpädagog_innen aus dem KJRV. Wichtig ist uns, dass wir in den Seminaren Beteiligung von Anfang an leben. Und wichtig ist, dass die Jugendlichen Lust auf das Thema Beteiligung und den Austausch mit anderen Jugendlichen haben.

Alles weitere steht im Flyer, der hier herunterzuladen ist.

Wer wissen will, wie der erste Durchlauf so war, kann hier die Berichte anschauen.

Nachfragen: Björn Redmann (Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! - Tel.: 0152/343 96 475)

--> Seminar ist ausgebucht! Wir können leider keine weiteren Jugendliche aufnehmen.

MUSKEPEER: Jugendlichen aus der Heimerziehung Gehör verschaffen

alle ziehen an einem StrangWarum machen wir die Muskepeer-Seminare mit Jugendlichen aus der Heimerziehung? Was wollen wir damit und was soll es den Jugendlichen bringen? Was ist uns mit dem ersten Durchlauf gelungen und was auch nicht? Was sind die offenen Fragen? In diesem Artikel gehen wir auf einige dieser Fragen ein:

 

Über 100.000 Kinder und Jugendlichen leben in Deutschland in Heimen und Wohngruppen der Jugendhilfe. Sie sollen dort einen neuen Lebensort, einen Sozialisationsraum, einen Schutzraum und Betreuer_innen vorfinden, die ihnen dabei helfen, den Weg ins Erwachsenenleben zu meistern.

Weiterlesen: MUSKEPEER: Jugendlichen aus der Heimerziehung Gehör verschaffen

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